Die aktuellen umweltpolitischen Herausforderungen des Kantons Basel-Landschaft liegen im Wesentlichen in den Bereichen Klima- und Gewässerschutz, Baustoffrecycling und der Lösung der Altlastenproblematik.
Der Klimawandel und die damit einhergehende Sommertrockenheit der letzten Jahre haben nicht nur grosse Baumbestände stark in Mitleidenschaft gezogen, sondern führten auch zu zunehmender Wasserknappheit in Oberflächengewässern, Quellfassungen und vereinzelten Grundwasservorkommen. Durch eine Anpassung der kantonalen Wasserstrategie soll die langfristige Sicherung der Wasserversorgung vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Klimaveränderungen gewährleistet werden. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden stehen neben der Wasserknappheit auch die Lösung von Nutzungskonflikten, die Ausgestaltung der kommunalen Versorgungsstrukturen und der gezielte Schutz von Oberflächengewässern im Fokus dieser Arbeiten.
In der Region Basel werden jedes Jahr rund eine Million Tonnen Bauabfälle deponiert. Die Verfügbarkeit von Sand und Kies zu günstigen Konditionen sowie Tarifstrukturen von Deponien, die der ausgeprägten Knappheit von Deponievolumen nicht immer gerecht werden, haben dazu geführt, dass Bauabfälle trotz ihres grossen Potenzials in der Region Basel nicht recycliert werden. Um eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft für Baustoffe zu etablieren, erarbeiten die Regierungen von Basel-Stadt und Baselland die Strategie ‘Baustoffkreislauf Regio Basel’. Eckpunkte dieser Strategie bilden eine Steigerung der Nachfrage von Recycling-Baustoffen durch eine kantonale Selbstverpflichtung, die Sicherstellung eines sorgsameren Umgangs mit verfügbarem Deponieraum, die Schaffung von guten Rahmenbedingungen für Aufbereitungsanlagen von Bauabfällen sowie die Schaffung von rechtlichen und raumplanerischen Rahmenbedingungen zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit.
Der Kanton Basel-Landschaft verfügt auf Grund seiner hohen Siedlungsdichte und seiner reichen Industriegeschichte über eine verhältnismässig hohe Anzahl an belasteten Standorten. Komplexe hydrogeologische Verhältnisse, äusserst heterogene Belastungsbilder und grosse Standortcluster wie beispielsweise der Auhafen oder das Industriegebiet Schweizerhalle stellen hohe Anforderungen an die altlastenrechtliche Untersuchung und Bewertung von belasteten Standorten. Um das Planziel des Bundes zu erreichen und bis im Jahr 2025 sämtliche Voruntersuchungen von belasteten Standorte durchgeführt zu haben, müssen in den kommenden Jahren neben den ohnehin zu bearbeitenden Standorten eine grosse Anzahl zusätzlicher Standorte untersucht und bewertet werden. Weitere Herausforderungen bestehen in der anstehenden Durchführung von grossen und entsprechend kostspieligen Sanierungsprojekten oder in der Sanierung von Altlasten mit komplexen Belastungsbildern.